Carl Stürm Preis 2017 für Medienschaffende


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Am 3. Mai 2017 wurde im Carmen-Würth-Saal in Rorschach zum 13. Mal der Carl Stürm Preis verliehen. In diesem Jahr ging der Preis gleich an vier Medienschaffende der Region: Res Lerch, Rorschach, für seinen Blog «Rorschacher Echo», Otmar Elsener, Rorschach, für seine Zeitungsbeiträge und Buchveröffentlichungen, die Website «south-beach.ch» des Goldacher Vereins «shortbeat» sowie an den Verein «Lichtjahr» des Kunstvereins Rorschach, anlässlich dessen 100-Jahr-Jubiläums 2017.

RorschachDer Stiftungsrat der Carl Stürm Stiftung hat beschlossen, in diesem Jahr vier Beiträge à 7‘500 Franken auszurichten, insgesamt also 30‘000 Franken. Damit hat die Stiftung seit ihrer Grundung 2004 insgesamt 565‘000 Franken ausbezahlt. Die Preise gingen jeweils an an Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um unsere Region am See verdient gemacht haben ‒ in kultureller, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht.

«Ausstrahlungen auf allen Wellen und Kanälen…»

Wie der Präsident der Carl Stürm Stiftung, Peter Thoma, in seiner Laudatio ausführte, tragen die vier Preisträger viel zur Ausstrahlung der Region Rorschach bei. «Rorschacher Echo» und «South Beach Bodensee» sind moderne Online-Lösungen. Attraktive Gegenpole mit viel Erlebnis-Charakter sind die beiden anderen Preisträger: «Lichtjahr» setzt während eines ganzes Jahres Highlights in Rorschach und wird im wahrsten Sinne des Wortes weit über die Region ausstrahlen. Die Publikationen von Otmar Elsener sind im besten Sinne des Wortes traditionell, indem sie Geschichte und Geschichten der Region wachbehalten und der Öffentlichkeit im Bewusstsein bleiben. Als Fazit für die Leistungen der vier Preisträger hat der Stiftungsrat daher den Titel «Ausstrahlungen auf allen Wellen und Kanälen…» gewählt.

Christof Stürm, der Vertreter der Familienstiftung, zeigte sich überzeugt, dass die gute Entwicklung der Region Rorschach weitergehen wird. Es gebe noch genügend Potenzial, das von fähigen und sich mit der Region identifizierenden Menschen und Organisationen erschlossen werden wird.

Es waren knapp 300 Gäste, die an der Feier teilnahmen. Diese wurde musikalisch umrahmt vom Rorschacher Zupfensemble, unter der Leitung von Niklaus Looser. Durch den Abend führte Stiftungsrätin Yvette Reinberger. Neu in den Stiftunsrat gewählt wurde Debora Angehrn, Geschäftsführerin von Herrenmode Monsieur A in Rorschach.

Res Lerch und sein «Rorschacher Echo»

«Wissen alle hier im Saal, was ein Blog ist?» fragte Peter Thoma rhetorisch. Und weiter: «Früher sagte man dem Tagebuch.» Und nun sei daraus eben ein Blog geworden, sozusagen ein Tagebuch im Internet. Res Lerch ist in Rorschach geboren und seit kurzem auch Rorschacher Bürger. Der gelernte Detailhandelsangestellte bildete sich später zum Sozialpädagogen weiter. Es folgte 1991/92 ein Abstecher als Redaktor der Rorschacher Zeitung, danach war er erneut im Sozialbereich tätig. Neben dem «Rorschacher Echo» ist er Herausgeber des Rorschacher Jahreskalenders. Er vertreibt aber auch Bildkarten und so genannte Rorschacher Mosaikbilder. Die nächste Ausstellung mit diesen ganz speziellen Bildern findet im November 2017 statt.

Der Ursprung des Blogs von Res Lerch geht aufs Jahr 2008 zurück. Res Lerch kandidierte für den Rorschacher Stadtrat. Nebst den «normalen» Wahlkampfmitteln mit Flyern und Plakaten dachte er sich etwas aus, das schon damals auf der Höhe der Zeit war: Den Res-Lerch-Wahl-Blog, mit dem er mit der Bevölkerung und deren Anliegen den Kontakt suchte. Darauf folgte im September 2009 der Blog «Rorschacher Echo». Damals wie noch vermehrt heute sei die Motivation, sich mit dem eigenen Lebensraum auseinanderzusetzen: «Ich nehme etwas wahr und setze mich damit auseinander», wie er sagt. Dabei helfe natürlich die Fotografie stark, sie sei eine gute Form.

Heute sind es durchschnittlich rund 1‘500 Clicks pro Tag. Res Lerch sagt dazu: «Die Zugriffe kommen aus der ganzen Welt – ausser der Antarktis». Er vermutet dahinter Einwohnerinnen und Einwohner aus Rorschach und der Region, aber auch Heimweh-Rorschacher, die sich über das Geschehen im Hafenstädtchen informieren wollen.

Fazit von Peter Thoma: «Ohne die Berichte von Res Lerch über Kleinigkeiten und Grossartigkeiten des Alltäglichen und Neuen aus der Region wäre Rorschach ärmer». Er sei es, der täglich News findet, die bewegen oder ganz einfach neugierig machen.

Otmar Elsener und seine Geschichte/n

Otmar Elsener ist in einem Rorschacher Arbeiterquartier aufgewachsen. Nach einer Banklehre wanderte er 1954 in die USA aus. 1964 kehrte er in die Schweiz zurück und bereiste als Stickerei-Kaufmann die ganze Welt. Doch blieb die Hafenstadt Rorschach sein Zentrum; er war aktiv im Gemeinderat, in Sportvereinen und amtete als Handelsrichter. Hobbys habe er immer gehabt, erzählt Otmar Elsener: Fussball, Tennis, Skifahren und seine Leidenschaft das Segeln. Noch immer hat er sein Segelschiff im Rorschacher Hafen, «das einzige ohne Motor», wie er betont. Bei einer Flaute sei er dann wirklich auf jedes Lüftchen angewiesen.

Seit seiner Pensionierung 1999 schreibt er lokalhistorische Beiträge für das St.Galler Tagblatt, vorwiegend für die Regionalausgabe von Rorschach, wo die Geschichten auch handeln. Otmar Elsener sagt dazu: Er liebe es zu schreiben, und nun ist aus dem Hobby mehr geworden. Weiter meint er, er sei kein Literat, sondern vielmehr dem Journalismus zugetan. Dabei helfen ihm seine eigenen Erinnerungen, aber auch zahlreiche Inputs von Rorschacherinnen und Rorschachern, die ihn kontaktieren. Er spreche sehr gerne mit Leuten, die etwas erlebt haben und er freut sich, dass diese Geschichten dann auch wieder andere Leute motivieren, ihre Geschichten zu erzählen.

Nun ist eine Zeitung von gestern halt einfach nur noch Altpapier. Seine drei Söhne und seine Frau hatten ihn deshalb ermuntert, seine Artikel in einem Buch zusammenzufassen und ihm gleichzeitig ihre Unterstützung zugesagt. Dabei übernahm seine Frau Susy das Lektorat (Otmar sagt dazu: «Sie ist die erste und beste kritische Leserin.»), die Gestaltung übernahm sein Sohn Adrian (er ist Grafiker), die Verlagssuche Marcel (er ist Tagblatt-Journalist) und zusammen mit Roman (er ist NZZ am Sonntag und SDA-Korrespondent in New York) sondierten sie die 50 besten Artikel aus rund 300 Texten. So gab Otmar Elsener 2011 sein erstes Buch heraus: «Rorschach – Geschichten einer Hafenstadt». 2015 folgte sein zweites Buch: «Wartegg – Schloss und Menschen». Es ist kein historisches Werk im üblichen Sinne, das neue Buch über das Schloss Wartegg. Es handelt vielmehr von den Menschen und dem Leben, das sie hier geführt haben. Bereits in Vorbereitung ist ein drittes Buch von Otmar Elsener. Im September 2017 erscheint «Rorschach – Geschichten aus der Region». Wie der Titel sagt, sind im Unterschied zum ersten Buch nun auch Geschichten berücksichtigt, die über die Hafenstadt Rorschach hinausgehen – nach Rorschacherberg und Goldach.

«south-beach.ch» und die Ausgehmeile

«Sie wohnen an der South Beach!» rief Peter Thoma den Anwesenden zu. Gemeint ist damit die südlichste Bucht des Bodensees: von Altenrhein, Staad über Rorschach, Goldach, Horn, Steinach und Arbon. Sie bietet entlang der sieben Meilen über 100 Ausgeh-Attraktionen. Von Chillout über Dining bis zu absoluten Top Events. «Und wie sollen Sie davon erfahren? Plakätli studieren, Inserätli suchen? Brauchts nicht mehr. Denn seit einem Jahr haben wir unseren dritten Preisträger: Die Internetplattform www.south-beach.ch

Die Seite bündelt für Besucherinnen und Besucher Angebote, Öffnungszeiten und Event-Termine dieser Ausgehmeile und macht diese über soziale Medien wie Facebook bekannt. South-Beach ist nicht gewinnorientiert. Das ganze Projekt wird von einem engagierten Team mit viel Herzblut auf ehrenamtlicher Basis realisiert. Initiiert wurde die Plattform von den Seebuben oder eben «Beach Boys» Marcel Kurz und Beat Ulrich vom Verein «shortbeat» in Goldach. Die Seite entstand in enger Zusammenarbeit mit Fabrizio Salanitri und Andreas Inauen von der Rorschacher Firma Horisen AG für Konzept, Design und Technische Umsetzung.

Die durchschnittliche Gesamtreichweite betrug 11‘000 User pro Tag. Die potenzielle Reichweite sei aber 200‘000 Personen, nämlich Rorschach plus 40 km Einzugsgebiet. Insgesamt lag die Gesamtreichweite von Mai bis September bei über 1,3 Mio. Menschen. Die Spitzenreichweite pro Post lag bei 52‘888. Die Seite erhielt über 5‘500 Seiten-Likes.

«Lichtjahr» zum Jubiläum

«Es geht um Licht und Schatten, um Faszinierendes und Aufsehen erregendes, um optisch-sinnliche Erlebnisse für eine breite Öffentlichkeit», sagte Peter Thoma. Und es gehe um ein Jubiläum, das während eines ganzen Jahres gefeiert wird. Um das so genannte «Lichtjahr», dem Programm, das sich der Kunstverein Rorschach zu seinem 100-jährigen Bestehen geschenkt hat, mit OK-Präsident Ruedi Stambach.

So zeigt die Ausstellung «Licht und Schatten» im Museum im Kornhaus vom 1. April bis 29. Oktober Licht als Phänomen, das Lust am Experimentieren und Staunen weckt. Am 5. und 6. Juni wird das Kornhaus im Rahmen des Stadtfestes nochmals zum «Star». Der international bekannte Lichtkünstler Gerry Hofstetter wird es an beiden Tagen jeweils ab 22 Uhr mit Projektionen bespielen. Als weitere Projektionsfläche ist eine Wasserwand auf einem Ledischiff geplant. Vom 2. bis 8. November laden die Organisatoren im Rahmen einer «Lichtwoche» mit drei Projekten zum Stadtrundgang. An zehn ausgesuchten Bauten werden grossflächig historische Bilder und Filmsequenzen zu bewundern sein. Der von der Gemeinde Rorschacherberg organisierte «Stärnäwäg» vom 25. November an der Hofstrasse verspricht einen «Blick in kommende Lichtjahre».